Man musste bis ins 15. Jahrhundert warten, um ausgehend von den Lasagne eine der klassischen Nudelformen entstehen zu sehen: die Striscia-Nudeln (Nudelstreifen). Es war der berühmte Küchenchef Maestro Martino, Autor von Libro de Arte Coquinario, der die wahrscheinlich erste Beschreibung der Tagliatelle vorschlug, die als „Nudeln, so breit wie ein kleiner Finger“ präsentiert wurde, die „wie Bänder oder Schnüre“ geschnitten sind. 

Obwohl die Entstehung dieses Formats in der Emilia-Romagna nicht bestätigt ist, hat sich die Stadt Bologna im Laufe der Jahrhunderte als Hauptstadt der Tagliatelle etabliert. Seit 1972 wurden auch offizielle Maßnahmen für Bologneser Tagliatelle vorgenommen, die von der Accademia Italiana della Cucina anerkannt sind: Beim Schneiden muss die Breite (vor dem Kochen) 6,5-7 mm und nach dem Kochen 8 mm betragen. 

Traditionell mit Ei hergestellt, wurden Tagliatelle auf dem Land auch ohne Eier, mit etwas verfeinertem Grieß, hergestellt. Der bäuerlichen Tradition verdanken wir auch die Verwendung von in den Teig eingemischten Pflanzen wie Brennnessel oder Mangold – beides Varianten der klassischen grünen Tagliatelle auf Spinatbasis.

Perfekt für

Aufgrund ihrer mittleren Größe eignen sich Tagliatelle perfekt für alle Arten von Soßen, von der leichtesten bis zur dickflüßigsten, ob Fisch, Fleisch oder Gemüse. In der Emilia-Romagna werden Tagliatelle traditionell mit einem Ragout aus gemischtem Fleisch zubereitet, dem bekannten „Bolognese“-Rezept.